Wer ist Yongey Mingyur Rinpoche?

Meditationsmeister, Bestsellerautor und Gründer von Tergar. Auf humorvolle Art zeigt er, dass Meditation nichts Starres ist und wir uns nicht verändern müssen, um glücklich zu sein.

Yongey Mingur Rinpoche ist ein buddhistischer Meditationsmeister, der im Himalaya aufgewachsen ist und mehrere Bestseller geschrieben hat. Seit seiner Jugend fasziniert ihn die Wissenschaft. Er hat an zahlreichen Studien führender Neuroforscher teilgenommen und verbindet in seinen Lehren die Essenz buddhistischer Meditation mit neuesten Erkenntnissen aus der Hirnforschung. Ihn zeichnet seine humorvolle, leichte Art aus, mit der er Menschen in aller Welt erreicht.

Was die Lehren von Mingyur Rinpoche so besonders macht

Yongey Mingyur Rinpoche verfügt über die seltene Fähigkeit, die Weisheit des tibetischen Buddhismus lebendig und mitreißend zu verpacken. Drei Aspekte machen seinen Ansatz einzigartig.

Authentische Tradition

Mingyur Rinpoche vermittelt Meditationstechniken, die Menschen seit mehr als 2.000 Jahren praktizieren. Seine Lehren sind tief im tibetischen Buddhismus verwurzelt und er schafft es, sie so leicht verständlich zu erklären wie kein anderer.

Alltagstaugliche Praktiken

Er zeigt, wie sich kontemplative Praktiken ins moderne Leben integrieren lassen. Kurz und oft meditieren, für diesen Leitspruch ist Mingyur Rinpoche bekannt. Menschen in aller Welt schätzen seine humorvolle Art und seinen spielerischen Ansatz.

Verbindung zur Wissenschaft

Seit seiner Jugend steht er im engen Austausch mit Neurowissenschaftlern. Mingyur Rinpoche hat an zahlreichen Studien teilgenommen, in denen sein Gehirn untersucht wurde und er verweist immer wieder auf aktuelle Forschungsergebnisse.

Sein Weg

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Kindheit im Himalaya

Yongey Mingyur Rinpoche wurde 1975 als jüngstes von vier Kindern in Nubri in der Grenzregion zwischen Tibet und Nepal geboren. Sowohl sein Vater, Tulku Urgyen Rinpoche, als auch sein Großvater waren verehrte Meditationsmeister. Der Titel Rinpoche wird in Tibet Menschen verliehen, die als Inkarnation früherer Meister angesehen werden.

In seiner Kindheit litt Yongey unter schweren Panikattacken. Fremde Menschen und die Stürme im Himalaya bereiteten ihm schreckliche Angst. Um die Panik loszuwerden, bat er seinen Vater, ihm das Meditieren beizubringen. Schritt für Schritt lernte er, sich mit seinen Ängsten anzufreunden – eine Erfahrung, die ihn maßgeblich prägte.

Traditionelle Ausbildung im Kloster

Mit gerade einmal 13 Jahren bat Yongey seinen Vater, ihn zu einem Retreat im renommierten Sherab-Ling-Kloster in Nordindien zuzulassen. Dort widmete er sich drei Jahre lang intensiv dem Meditieren und überwand seine Panikattacken.

Im Anschluss, mit 17, wurde er prompt eingeladen, das nächste Drei-Jahres-Retreat als Lehrer zu begleiten - eine Position, wie sie nur selten einem so jungen Mönch angeboten wird. In den folgenden Jahren schloss Mingyur Rinpoche das traditionelle buddhistische Studium der Philosophie und Psychologie ab.
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Gründung von Tergar

Um die positiven Effekte des Meditierens mit der Welt zu teilen, hat Mingyur Rinpoche 2009 Tergar International ins Leben gerufen - eine gemeinnützige Organisation, die in Minneapolis in den USA sitzt. Sie macht Menschen aller Glaubensrichtungen und kulturellen Hintergründe das Meditieren zugänglich.

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Über die Jahre ist die internationale Gemeinschaft gewachsen. In mehr als 30 Ländern kommen Menschen unter dem Dach von Tergar zusammen, um gemeinsam zu praktizieren. In Deutschland, Österreich und der Schweiz bietet Tergar e.V. sowohl die säkularen als auch buddhistische Programme von Mingyur Rinpoche in deutscher Sprache an. Hier bekommst du einen genaueren Überblick über die Angebote von Tergar: Mehr über den Lernpfad

Viereinhalb Jahre auf Wanderschaft

Als angesehener Meditationsmeister, Gründer der Tergar-Gemeinschaft und Abt zweier Klöster führte Mingyur Rinpoche ein privilegiertes Leben. 2011 nahm er davon reißaus. In einer Nacht-und-Nebel-Aktion verließ er sein Kloster in Bodhgaya, um sich unerkannt als Yogi auf Wanderschaft zu begeben, wie es in seiner Übertragungslinie alte Tradition ist.

Er hatte keinen Plan, wo er schlafen würde, nahm weder Smartphone noch Zahnbürste mit sich. Mingyur Rinpoche bettelte um Nahrung, lebte auf den Straßen Indiens und in Höhlen im Himalaya. Durch eine Nahtod-Erfahrung kam er zu tiefen Einsichten in die Natur des Geistes. In seinem Buch Auf dem Weg gibt er einen Einblick in die Erkenntnisse, zu denen er auf seiner viereinhalb Jahre dauernden Wanderschaft gekommen ist.
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Seine Bücher

Rinpoches Bücher verbinden persönliche Erfahrung mit praktischer Anleitung. Sein Erstlingswerk Buddha und die Wissenschaft vom Glück (engl. The Joy of Living) schaffte es auf die New York Times Bestseller-Liste und wurde in über 20 Sprachen übersetzt.
Buchcover „Buddha und die Wissenschaft vom Glück" von Yongey Mingyur Rinpoche

Buddha und die Wissenschaft vom Glück

Ein tibetischer Meister zeigt, wie Meditation den Körper und das Bewusstsein verändert
Buchcover „Auf dem Weg" von Yongey Mingyur Rinpoche

Auf dem Weg

Eine Reise zum wahren Sinn des Lebens
Buchcover „Joyful Wisdom" von Yongey Mingyur Rinpoche

Heitere Weisheit

Wandel annehmen und innere Freiheit finden
Buchcover „Werde ruhig wie ein tiefer See" von Yongey Mingyur Rinpoche

Werde ruhig wie ein tiefer See

Vorbereitende Übungen des tibetischen Buddhismus
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Mingyur Rinpoche bei einer Studie an der University of Wisconsin-Madison

Brücke zwischen Buddhismus und Wissenschaft

Mingyur Rinpoche interessierte sich schon in jungen Jahren für Wissenschaft. Als 19-jähriger nahm er an einer Konferenz des Mind & Life Instituts teil, das den Dialog zwischen moderner Wissenschaft und kontemplativen Weisheitstraditionen fördert. Dort begegnete er Hirnforscher:innen, Psycholog:innen und Physiker:innen. Die Gespräche weckten sein tiefes Interesse an der westlichen Forschung.

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Auf Vorschlag des Dalai Lama wurde er 2002 an das Waisman-Institut für Hirnforschung im US-amerikanischen Wisconsin-Madison eingeladen. Dort untersuchte ein Forscherteam um Richard Davidson und Antoine Lutz, wie sich Meditation auf das Gehirn auswirkt, wenn man über viele Jahre intensiv meditiert. Mingyur Rinpoche war der perfekte Proband: Er hatte zu diesem Zeitpunkt weit über 10.000 Stunden seines Lebens mit formeller Meditation verbracht.

Was die Forschung zeigt

Blick ins Gehirn des Meditationsmeisters

Die Forscher staunten nicht schlecht: Die Gehirne von Mingyur Rinpoche und sieben anderen Langzeitmeditierenden wiesen in den EEG-Untersuchungen außergewöhnlich starke Gamma-Wellen auf - ein Zeichen für geistige Klarheit und Konzentration. Und dieser Zustand war nicht nur vorübergehend. Wer über viele Jahre intensiv meditiert, verändert die neuronalen Strukturen und Funktionsweisen seines Gehirns nachhaltig, so das Fazit der Forscher. Sie publizierten eine wegweisende Studie, die unter anderem in National Geographic und dem Time Magazine zitiert wurde.

Es folgten weitere Untersuchungen. Antoine Lutz und Richard Davidson konnten mit Hilfe von fMRT-Scans beispielsweise zeigen, dass sich Empathie und Mitgefühl durch Meditation gezielt trainieren lassen. Mingyur Rinpoche stellte sich auch hier als Proband zur Verfügung. Sein Gehirn ist so gut untersucht wie kaum ein anderes. In einer Einzelfallstudie zeigte sich, dass das Gehirn des Meditationsmeisters sehr viel langsamer altert, als es Wissenschaftler erwartet hätten. 

Bis heute unterstützt Mingyur Rinpoche die Neuroforschung. Er berät den europäischen Ableger des Mind & Life Instituts, das daran interessiert ist, die Kultivierung von Gewahrsein und Mitgefühl in die moderne Psychologie und Gesellschaft zu übertragen. Außerdem steht er im engen Austausch mit dem Center for Healthy Minds, das aus dem Waisman-Institut in Wisconsin-Madison hervorgegangen ist. In seinen Vorträgen und Workshops flechtet Rinpoche immer wieder neueste Erkenntnisse aus der Wissenschaft ein.

Meditation kann das Wohlbefinden und die mentale Gesundheit unterstützen, ersetzt aber keine medizinische oder psychotherapeutische Behandlung. Bei psychischen Belastungen wie Depression, Angststörungen oder akuten Krisen wende dich bitte an eine Ärztin oder einen Psychotherapeuten.

Mehr über die Verbindung von Tradition und Wissenschaft bei Tergar erfahren

“Glücklichster Mann der Welt”

Die Forschungsergebnisse zur Wirkung von Meditation finden auch jenseits der Wissenschaftswelt viel Beachtung. Medien wie die New York Times und der Guardian nennen Mingyur Rinpoche unlängst den “glücklichsten Mann der Welt”. Er nutzt diese Aufmerksamkeit, um seiner Mission weiter zu folgen und die Essenz buddhistischer Meditation zeitgemäß und säkular zu vermitteln.

Wenn Mingyur Rinpoche über Einsamkeit, Klimawandel und Künstliche Intelligenz spricht, wird klar, dass Meditation nichts mit einer Abkehr von der Welt zu tun hat. Im Gegenteil: Er zeigt einen Weg auf, wie Menschen durch das Schulen von Gewahrsein, Mitgefühl und Weisheit den Herausforderungen unserer Zeit begegnen können. Echtes Glück, so seine Botschaft, hängt nicht von äußeren Umständen ab. Jeder Mensch kann es durch kleine, tägliche Gewohnheiten kultivieren.

Häufige Fragen

Warum wird Mingyur Rinpoche als „glücklichster Mann der Welt“ bezeichnet?

Diesen Titel haben ihm Medien wie Forbes und die New York Times zugeschrieben. Sie beziehen sich auf wissenschaftliche Studien, an denen Mingyur Rinpoche teilgenommen hat. Bei Mitgefühlsmeditation etwa zeigte sein Gehirn eine außergewöhnlich hohe Aktivität.

Kann ich die Meditationstechniken von Mingyur Rinpoche ohne Vorkenntnisse lernen?

Ja. Du brauchst keinerlei Vorkenntnisse, um mit dem Meditieren zu beginnen. Über Kurse wie Anytime Anywhere Meditation und das Joy of Living-Programm lernst du Schritt für Schritt, wie du dich mit Gewahrsein, Mitgefühl und Weisheit verbindest.

 Ist Tergar eine religiöse Organisation?

Nein. Die Wurzeln der Lehren, die Mingyur Rinpoche und Tergar vermitteln, liegen zwar im tibetischen Buddhismus. Aber Anytime Anywhere Meditation und das Joy of Living-Programm sind rein säkular gestaltet und stehen Menschen unabhängig von der Frage ihres Glaubens offen.

Gibt es die Lehren von Mingyur Rinpoche auch auf Deutsch?

Ja, der gemeinnützige Verein Tergar e. V. macht die Lehren von Mingyur Rinpoche in deutscher Sprache zugänglich - sowohl online als auch vor Ort (Übersicht über Kurse & Events). Die Meditationskurse werden von zertifizierten, deutschsprachigen Lehrpersonen geleitet.

Was bedeutet „Rinpoche“?

„Rinpoche“ ist ein tibetischer Ehrentitel und bedeutet übersetzt so viel „wertvoller Meister“. Er wird Menschen verliehen, die als Inkarnation früherer Meditationsmeister angesehen werden.

Welches Buch von Mingyur Rinpoche eignet sich am besten für den Einstieg?

Für den Einstieg ins Meditieren empfiehlt sich Buddha und die Wissenschaft vom Glück - dort bekommst du praktische Anleitungen und Einblick in wissenschaftliche Hintergründe. Wenn du dich eher für den Menschen Mingyur Rinpoche und die spirituelle Dimension des Buddhismus interessierst, nimm Auf dem Weg. Dort berichtet Rinpoche von seinen Erfahrungen auf seinem viereinhalbjährigen Wanderretreat.

Rinpoches Lehren selbst erfahren

Mingyur Rinpoche hat mit Anytime Anywhere Meditation und mit Joy of Living ein Meditationsprogramm entwickelt, das für alle zugänglich ist. Finde heraus, welcher Einstieg zu dir passt.